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- Ein Tag voller Meer und Erinnerung
Am Morgen holten wir unseren Fahrgast im Hospiz ab. Schon beim Eintreffen war er startklar und voller Vorfreude auf den Ausflug. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Hospizes begleitete uns und unseren Fahrgast, um ihn zu unterstützen.
Während der Fahrt war ein Gespräch nur selten möglich – die Kräfte unseres Fahrgastes waren begrenzt, die Schmerzen spürbar. Deshalb konzentrierten wir uns darauf, die Eindrücke der vorbeiziehenden Landschaft gemeinsam aufzunehmen, die Straßen, das Licht, die kühle Brise auf dem Gesicht.
Angekommen am Marine-Denkmal war die Aufregung spürbar. Unser Fahrgast staunte über die Größe der Anlage und die vielen Exponate auf dem Vorplatz, darunter eine riesige Schiffsschraube, die majestätisch im Sonnenlicht glänzte. Wir fühlten uns herzlich eingeladen vom Deutschen Marinebund e.V., der uns diesen besonderen Tag ermöglichte – ganz ohne Kosten.
Geplant war ein Rundgang durch das U-Boot, den Turm, die Museumshalle und die Gedenkhalle. Leider war der Fahrstuhl zur unterirdischen Gedenkhalle aufgrund von Personalmangel außer Betrieb. Doch wie durch ein kleines Wunder war zufällig ein dienstfreier Mitarbeiter vor Ort, der sich spontan bereit erklärte, den Fahrstuhl in Betrieb zu nehmen und uns zudem eine Führung durch alle Bereiche zu geben.
Besonders die Museumshalle faszinierte unseren Fahrgast. Die zahlreichen Schiffsmodelle erweckten Erinnerungen an seine eigenen Bastelprojekte zu Hause, die er noch vollenden möchte. Jede Vitrine, jedes Modell schien für ihn eine kleine Geschichte zu erzählen. Die unterirdische Gedenkhalle war bewegend und eindrucksvoll – die deutsche Seefahrtsgeschichte vom 1. Weltkrieg bis heute wirkte lebendig und greifbar.
Ein weiterer Höhepunkt war die Auffahrt auf den hohen Turm. Oben angekommen, genossen wir die Weitsicht und die steife Brise, die um die Plattform wehte. Auf dem Weg im Fahrstuhl nach unten, gefragt, wie ihm der Ausflug gefallen habe, standen unserem Fahrgast feuchte Augen – so sehr hatte ihn der Tag berührt.
Als wir uns anschließend dem U-Boot nähern wollten, merkte man unserem Fahrgast die Erschöpfung an. Wir mussten schweren Herzens diesen Programmpunkt streichen, konnten aber noch mit dem Wünschewagen möglichst nah an das U-Boot fahren, sodass er es von außen bestaunen konnte.
Zurück im Hospiz verabschiedeten wir uns kurz und behutsam. Der Tag hatte viele Eindrücke gebracht, und die Kräfte unseres Fahrgastes waren erschöpft. Zum Abschluss genossen wir noch eine kleine Geste der Herzlichkeit: einen Kaffee und ein Stück Kuchen, liebevoll gereicht von den Hospiz-Mitarbeitern.
Ein Tag voller Meer, Geschichte und unvergesslicher Eindrücke – ein Herzenswunsch, der trotz aller Herausforderungen Wirklichkeit wurde.